Montag, 22. März 2010

Welcome to Paradise

Kaum den Fängen der Wasserfälle entflohen, sahen wir uns schon wieder im kühlen Nass...
Diesmal hatten wir jedoch den Neopren gegen die bequeme Surfshort eingetauscht und der Wasserfall hatte sich in türkisblaues Meer geglättet. Vom Reiseführer als das Karibik-Domizil Venezuelas angekündigt, erfüllte der süße Archipel namens „Los Roques“ jegliche Vorstellungen. Man sagt nicht umsonst, dass Gott sich am achten Tag hier erholte…


Die weißen Strände verschwammen mit dem kristallklaren Wasser, dem Rauschen des Meeres und den klirrenden Eiswürfeln in unseren Getränken zu einer ansteckenden Gelassenheit, von der wir uns die letzten vier Tage gerne haben infizieren lassen.



Der Trip vereinte Schweden(4) und Finnen(1) mit uns Deutschen(5) sowie Venezuelanern(4) zu einer wirklich starken Truppe. Carlos stellte die Residenz, ein Strandhaus gerade einmal fünf Meter vom Meer entfernt und ermöglichte es uns damit überhaupt erst dort sein zu können. Wieder einmal hatten wir das abartige Glück mit Einheimischen zu Reisen und kamen damit in einen ganz besonderen Genuss… Der Trip verschlang sechs Flaschen Sonnencreme und mindestens doppelt so viele an braungebranntem Rum. Die Frisbee flog stundenlang, wir zauberten Salti in die Luft und tanzten im Anblick des Sonnenunterganges (zu Reggaeton bis tief in die Nacht). Aus dem Mittagsschlaf in der Hängematte weckten süße Gitarrenklänge, so dass auf wirklich kein i-Tüpfelchen verzichtet wurde.


Dennoch sind wir uns einig. Unser Aufenthalt hier in Venezuela neigt sich dem Ende. Immerhin sind wir schon in der vierten Woche angelangt und es dürstet uns danach weiterzuziehen. Deshalb soll es gleich morgen weiter gehen gen Kolumbien. Manchen mag es bei dem Gedanken an dieses Land schaudern, aber hierzulande hört man ständig nur das eine: Kolumbien sei weitaus ungefährlicher als Venezuela! Frohen Mutes und von diesem Gedanken beflügelt recken wir unsere braun gebrannten Arme in die Luft und setzen zum letzten Gruß an. Wir sagen auf Wiedersehen Venezuela, ade Du Land der Schönheitsköniginnen und wunderbarer Erlebnisse.

Bilder von Merida und Los Roques gibt es hier!

Donnerstag, 18. März 2010

Lets get ready...

for some adventures.
Ein wenig erholt beschlossen wir uns nach Merida auf zu machen um dort unserem Adrenalinspiegel durch diverse Funsport Aktivitaeten auf die Spruenge zu helfen =) So sollte der Kurztrip wohl gleich mit der neuen, wohl nicht so spektakulaeren Sportart, Busjumping beginnen. Ziel dabei war es, in einer Nacht und Nebelaktion einen Bus nach Merida zu finden ohne dabei morgens um 5 umsteigen zu muessen. Dazu nur soviel, Uebung macht den Meister ;) Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es in die, landschaftlich mit Roraima nicht annaehernd vergleichbaren, Berge, wo wir bei kalten 18 grad =) in den 37 Grad “thermales calientes“ planschten. Das Quietscheentchen wieder eingepackt brachen wir zur Besichtung des Condorgeheges und den Lagunen auf. Umgeben von Nebelschwaden und fasziniert von der sumpfartigen Vegetation, kam es uns vor, als waeren wir auf einer Zeitreise zu den Schauplaetzen von Herr der Ringe. Es schien allerdings so, als haetten wir den Kampf dort verloren, denn das Canyoning am naechsten Morgen mussten wir mit etwas Kopfschmerzen und einem flauen Ganzkoerpergefuehl angehen. Oder lag dies vielleicht eher an der naechtlichen Partytour mit Freunden von Philip?? =) Doch keine Bange, spaetestens beim Anziehen der Ausruestung und dem Anblick des ersten Wasserfalls, war auch bei dem Letzten das Adrenalin so hoch, dass alles vergessen war. So rutschen wir zwischen Steinen durch, sprangen in schmale, tiefe Gumpen und kletterten reisende Wasserfaelle hinab. Pub-Quizfrage: Adrenalinspiegel trotz oberem Schwellenbereich noch steigerbar? Hilfestellung: Stellt euch vor, ihr steht nur mit einem Seil befestigt auf einem Brueckengelaender, schaut in 60 Meter die Tiefe und wisst, auf DREI gehts los. Antwort duertfe klar sein, nicht?!;) Nicht zu laecheln viel uns nach diesem Sprung echt schwer, Leute einfach ABGEFAHREN!! =) Um nun wieder in Naehe des Ruhepules zu gelangen, machen wir uns jetzt mit 14 Leuten auf nach Los Roques, um dort an weißen Straenden und kristallblauem Wasser ein Cocktail unter Palmen zu genießen. Schließt die Augen und macht euch mit uns den Weg, einen weiteren Traum zu verwirklichen...

Sonntag, 14. März 2010

Am Ende der Welt

Wir hatten es bereits angekündigt, dass wir uns auf ein kleines Abenteuer begeben wollten – nun sind wir zurück um davon zu berichten:
Nach zwei kompletten Nachtfahrten und fast 1.500 km auf der Strasse krochen wir aus dem Bus und erblickten zum ersten Mal die wunderbare Landschaft der Gran Sabana. Die „Große Savanne“ ist eine hügelige Landschaft, die von saftigem Gras überzogen und von unwirklich erscheinenden Palmwäldern gesäumt ist. Beeindruckt von den ersten Blicken ging es gleich los auf den Trek zum Roraima Tepui – dem höchsten Tafelberg Venezuelas. Auf zwei Etappen durch die Sabana näherten wir uns dem imposanten Berg, der 1884 zum ersten Mal von Forschern bestiegen wurde. Auch wenn seitdem viele Jahre vergangen sind, hat der Anblick des Tepuis (=Berg) kein bisschen an Imposanz eingebüßt. Dieses Bollwerk hat uns oft die Frage gestellt, ob wir jemals oben ankommen würden, so dass es schon beinahe unwirklich erschien, als wir am Ende des dritten Tages die „Spitze“ erreichten.


Die Begeisterung war unbeschreiblich. Wir hatten es geschafft und es bot sich uns auf der einen Seite der Ausblick auf die Gran Sabana, auf der anderen erblickten wir die unwirkliche Mondlandschaft des Roraima. Übersäht von hunderten kleinen Seen, ähnlich eines bizarren Moores, war es auf Roraima ziemlich feucht. Wir beobachteten schnell ziehende Wolken, schauderten beim Blick in die Tiefe der Schluchten, schmolzen beim Anblick der Sonnenaufgänge dahin und genossen die absolute Stille auf dem Berg. Gekrönt wurde unsere Reise von herrlichem Wetter, sodass wir sogar des Nachts den Anblick eines klaren Sternenhimmels hatten. Erfrischt bei einem Bad in natürlichen Pools und einer Dusche unter einem Wasserfall, verließen wir nach einem Tag den Berg und begaben uns auf den Abstieg. Auch wenn die Erschöpfung langsam zu spüren war, so war es bis zum letzen Schritt eine der einmaligsten Wanderungen, die wir bisher beschritten haben.


Begeistert hat uns neben der Natur auch das Gespann aus Elio und Harrison – unser Guide und Träger, die uns auf dem Trip begleiteten, uns herrlich bekochten und mit uns mit vielen Spinnereien zur Seite standen. Mittlerweile sind wir zurück in Caracas und das letzte Ziehen in den Beinen erinnert uns noch an die Strapazen der beinahe 80 gewanderten Kilometer. Wir sind ein weiteres Mal gespannt, was wir als nächstes entdecken werden, aber eines ist klar –
unser Reisefieber ist unverändert hoch :)

Unsere Begeisterung in Bildern findet ihr hier!

Donnerstag, 4. März 2010

DESPEGAR

Alles stand unter dem Motto – DESPEGAR (abgehen/durchstarten)
So sollte unser Abenteuer schon am Flughafen beginnen, denn die diversen Kontrollen sowie das Flugzeug an sich waren schon ein wahres Erlebnis. Etwas Gutes hatte es jedoch: Wir hatten schön viel Platz und unser kränkelnder Simonio konnte sich über drei Sitze hinweg erstmal ein ausgiebiges Schläfchen gönnen.

Atlanta:


Leider sollte dieses Schläfchen nicht ausreichen um unseren Buddy wieder auf die Beine zu bringen und so konnten während des gesamten Atlanta Aufenthalts nur zwei von drei Dudes aufbrechen um die USA zu erkunden (wenigstens kennt Simon ja bereits das Ein oder Andere hier drüben). Begleitet von Josh, einem Australier der durch die Staaten reiste, gings auf zu einem der wohl bekanntesten Highlights von Atlanta, dem Coca-Cola Museum. Interessant waren vor allem die unterschiedlichen Werbespots aus aller Welt und klar, die Verköstigung mit allen möglichen Sorten von Coca-Cola Getränken. Anschließend hatten wir das Glück, in den Genuss eines NBA-Matches der Atlanta Hawks vs. den Minnesota Timberwolves zu kommen. Dank unserer lautstarken Unterstützung und den heißen Tanzeinlagen der spärlich begleiteten Cheerleader haben die Hawks natürlich gewonnen…=)
Zu einem weiteren Highlight zählten die Stone Mountains, welche allerdings erst einen Tag später richtig öffneten und wir somit die Einzigen weit und breit waren. Josh hat dann die Abendplanung übernommen und Bekannte kontaktierte, die uns an unserem Hostel, wohlgemerkt einem ehemaligen Freudenhaus, abholten und mit uns eine Kochsession bei sich zu hause veranstalteten. Gut genährt gings dann in eine Local-Kneipe und anschließend zum Tanzbein schwingen in eine kleinere Disco. In Anlehnung an unseren noch Bachelor Mo waren wir hier wohl wahrlich die Weißbrote schlecht hin, da wir fast ausschließlich von Schwarzen umringt waren.=)
Kurz vor dem Weiterflug machten wir noch einen Abstecher ins weltgrößte Aquarium, welches wohl das imposanteste Erlebnis des Atlantaaufenthaltes war. Hier waren von Walen, Haien, Delphinen über Otter jegliche verschiedene Fischarten zu sehen. Mit den gepackten Rucksäcken und dem wieder halbwegs fitten Simonio gings zum Abschluß für ne Stunde nach Buckhead in die Mall und dann weiter ins Abflugterminal. DESPEGAR (abgehen/durchstarten)

Venezuela – Die Dudes starten durch:



Mit dem ersten Schritt aus dem Flugzeug begrüßten uns sommerliche Temperaturen und die Schwüle des südamerikanischen Kontinents. Sven und einer seiner Venezuelaner-Buddies, Eduardo, standen am Flughafen bereit um uns in Empfang zu nehmen. Die Gänsehaut Atlantas abgeschüttelt, hat das kühle Begrüßungsbier und unsere Freude darüber endlich zu Dritt (threesome) am Start zu sein die Fahrt zu Svens WG zu einer kleinen Autoparty ausarten lassen. Völlig losgelöst von den winterlichen Strapazen der letzten Wochen ging es mit Cuba Libre und Salsa Schritten in bester Venezuelanischer Gesellschaft bis tief in die Nacht…
Wenige Stunden Schlaf später starteten wir dick bepackt in den National Park Henri Pittier. Die traumhafte Karibikküste bot mit dem Strand „Cuyagua“ den Einstieg in ein langes Wochenende voller Sonne, Sand und Palmen. Der Nationalpark ist bekannt dafür, dass man wunderbar Vögel beobachten kann – wir haben aber auch andere (Tanga-) Strandschönheiten entdeckt ;) Mit Frisbee, Planschen und Surfen haben wir die Zeit komplett genossen. Ein Traum war es auch bis tief in die Nacht bei Gitarrenklängen am Strand abzugehen. Der nächste Stopp war Choroni, ein kleines Hafendörfchen, in dem wir in einer kleinen Herberge Quartier bezogen haben. Die Venezuelaner hier haben die im Kolonialstil gebauten Häuser mit bunten Farben angestrichen und damit eine einzigartige Idylle geschaffen. Bei, wie könnte es anders sein, Cuba Libre haben wir in unserer bunt gemischten Gruppe Mäxle auf Spanisch gespielt – perfekt für uns Pseudo-Gringos, so konnten wir die Zahlen auf Spanisch lernen.
Philip, der Mitbewohner Svens, und die drei Mädels aus Caracas sind montags abgereist. Wir (Sven und die Dudes) hingegen haben uns am Strand „Cepe“ einen weiteren Tag im Paradies gegönnt. Gut gebrannt (verbrannt) sind wir einen Tag später in einer legendären Busfahrt nach Maracay geheizt, um von dort nach Caracas umzusteigen. Es ist wirklich so – hier geht ALLES über Busse. Ob klein oder groß, echt abgefahren.
Den Zwischenstopp in Caracas haben wir damit verbracht Svens Universität zu besuchen. Die Universidad Simón Bolivar erstreckt sich über einen riesigen Campus, der sich eigentlich als gigantischer Park beschreiben lässt. Herrlich muss es sein an der besten Uni des Landes zu studieren – vor allem wenn man wie Sven die doppelte Portion in der Mensa bekommt ;) Wir Bleichgesichter haben den ganzen Tag über einige Blicke geerntet und die abartig gechillte Atmosphäre genossen. Bei einem abendlichen Volleyballspiel mit Einheimischen konnten wir die Nähe zu den Locals genießen und waren total in unserem Element.
Obwohl wir die ersten Eindrücke noch nicht recht verarbeitet haben, sind wir Sven für den traumhaften und entspannten Einstieg dankbar und sind gerade schon wieder Feuer und Flamme. Der Grund ist ganz einfach, wir packen für die Gran Sabana – in den nächsten Tagen wird der Roraima Tepui bestiegen, der höchste Tafelberg Venezuelas, ein Naturwunder und eine der Urlandschaften dieses Planeten.
Wir grüßen die Daheimgeblieben und verabschieden uns fürs Erste. Es geht uns ausgesprochen gut – aber das hat man sicher an den vorangegangenen Zeilen gemerkt.

Die Bilder von Atlanta findet ihr hier!