Mittwoch, 28. April 2010

Galápagos



Anfänglich hatten wir etwas Skepsis gegenüber dem Abstecher nach Galápagos, sollte es doch die teuerste Woche der Reise werden. Doch schon nach den ersten Tagen war klar, dass sich die Entscheidung für das kleine Archipel gelohnt hatte. Die Inselgruppe, welche 1535 zum ersten Mal entdeckt wurde und in seiner Vergangenheit Versteck für Piraten, ein Sträflingslager und ein Stützpunkt der Amerikaner im zweiten Weltkrieg war, hat es uns angetan. Zwischendurch hiess das Archipel einmal “Islas Encantadas” die verzauberten Inseln, uns gefiele jedoch “die bezaubernden Inseln” am besten!


Auf einer viertägigen Bootsfahrt mit etlichen Landgängen und Schnorcheltouren haben wir einen tollen Einblick in die Geschichte, Natur und Tierwelt der Inseln bekommen. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und in Ihrer Art unverwechselbar. Doch unsere Aufmerkasamkeit galt hauptsächlich dem Leben auf den Inseln. Eben haben wir die Bilder ausgewählt und waren erstaunt was wir alles gesehen hatten: Riesenschildkröten in deren Panzer wir hineingepasst haben, Iguanas, Robben und Seelöwen – sowohl an Land als auch im Wasser! Bei den Schnorcheltouren sahen wir sogar Meeresschildkröten und Pinguine, letztere sind so schnell, dass der Versuch mit Ihnen zu schwimmen fast schon lächerlich wirkt :) Unvergessen ist vor allem die erste Begegnung mit Haien! Waren wir am ersten Tag bereits vom Boot in die Bucht gesprungen in der die jungen Haie ihre Runden drehten, so waren die White-Tip Reef Sharks, die beim Schnorcheln unter den Felsspalten hervorschwammen deutlich atemberaubender. Was einem die Natur hier zu bieten hatte, war unbeschreiblich.

So haben wir spontan den Flug verschoben und sind drei Tage länger geblieben. In diesen Tagen haben wir uns vier Tauchgänge gegönnt, die unlgaublich waren! Es ist unbeschreiblich inmitten von tausenden Fischen zu schwimmen oder gar mit Hammerhaien zu tauchen. Seht euch die Bilder an – wir wollten es nicht glauben, so schön, so einzigartig, so atemberaubend! Im Moment sind wir noch ein bisschen überflutet von den Eindrücken, aber seht einfach selbst und überlegt euch ob die nächste Reise gen Südamerika gehen sollte :)
Voller Freude grüssen Konrad und Simonio.

Unsere Begeisterung in Bildern findet ihr hier.

Der Basar Südamerikas

Nachdem Quitos Altstadt abgegrast war, sind wir weiter nach Norden gezogen. Über den Äquator ging es nach Otavalo. Die Stadt im Schatten eines weiteren Vulkanes ist berühmt für seinen Markt – so bot er die ideale Möglichkeit Souveniers zu kaufen und ein bisschen heimische Küche zu testen. Das Tagesprogramm war randvoll mit “einkaufen” :) los ging es mit dem Tiermarkt, auf dem wir zwar nette kleine Schweinchen fanden, aber nichts was sich als Mitbringsel eignen würde. Auf dem Markt der “Artesanias” war dafür so viel geboten, dass wir unseren Kaufrausch regelrecht zügeln mussten. Wir haben gefeilscht und gehandelt und haben nun propevolle Rucksäcke auf die sich alle Daheimgebliebenen freuen dürfen.

Als ob das nicht schon genug gewesen wäre ging es tags darauf gleich weiter zum Ledermarkt – ohne in die Details zu gehen… wir sind auch hier fündig geworden. Relativ unspektakulär aber schön waren die letzten zwei Tage in Quito, die wir mit einer Abschiedsfeier für Wölkchen und einem kleinen Tagesausflug genossen haben. Bei der letzten Runde Skat hat uns Wölkchen in die Schranken verwiesen und die Südamerikameisterschaften der Dudes für sich entschieden. Am frühen Mittwochmorgen haben wir uns von unserem “man for hugs & kisses & protection” verabschiedet und wissen mittlerweile, dass er trotz Vulkanausbruch und Abfluggebühr sicher daheim gelandet ist :)

Schön war die Zeit, aber irgendwie viel zu kurz…

Es grüssen die Verbliebenen – Konrad und Simonio.


Bilder der letzten gemeinsamen Tage gibt es hier

Donnerstag, 15. April 2010

Somos Glueckspilze


Wir hatten es vielleicht schon zu Beginn der Reise gehofft…
… dass wir im kristallblaune Wasser plantschen.
… dass wir mit den schoensten Frauen der Welt tanzen.
…dass wir als braungebrannte Sunnyboys zurueckkehren und ein Leben lang von den Erinnerungen schwaermen wuerden. Jetzt sitzen wir in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, in einem Internet Café und fragen uns, ob schwaermen vielleicht nicht etwas untertrieben ist. Somos Glueckspilze heisst “Wir sind Gleuckspilze” und warum wir das sind, moechten wir euch von unserem letzten Blogeintrag zu Dritt berichten:


Nach Svens Abschiedsparty folgte Simonios Geburtstag. Der war mit einer fulminanten Party, Acuardiente, naechtlichem Schwimmen, einem Schokokuchen zum Fruehstueck und einer Gitarre als Geschenk der Wahnsinn und einfach nur unvergesslich – vielen Dank an die besten Dudes der Welt! Damit neigte sich aber auch unsere Zeit am karibischen Meer zu Ende und die Glueckspilze nahmen ihren Lauf… Tati, die Bekanntschaft der Bootstour, hatte sich spontan entschlossen uns nach Medellin einzuladen. Eigentlich stand zwar Bogotá auf dem Programm, aber die Chance war einzigartig und das sollte sie auch werden.
Die Tage in Medellin waren anders, als wir jemals gedacht oder erhofft hatten zu reisen. Wir lebten mit der Familie (ihrem Vater) und dem Bruder, der bei praktisch allen Ausfluegen dabei war. Gemeinsam waren wir in der Stadt shoppen und mit Freunden zum Abendessen. Nahmen die neu erbaute Metro, stiegen um in die Seilbahn und waren auf einmal in einem wunderschoenen Naturschutzgebiet am Rande der Stadt. Neben dem Nachtleben haben wir vor allem den Tagesausflug nach Peñon genossen. Peñon ist vergleichbar mit einem gigantischen Hinkelstein von etwa 100 m Hoehe. Rings um den “Berg” erstreckt sich eine gigantische Seenplatte, die kuenstlich angelegt wurde und in den kommenden Jahren sicherlich ein beliebtes Touristendomzil wird. Als beinahe einzige Touristen erfuhren wir bei einer Bootstour ueber die Seen einiges ueber die wunderschoenen Villen, welche von Drogenbossen wie Pablo Escobar erbaut wurden. Als kroenender Abschuss sprangen wir aus 12 m Hoehe von einer Bruecke und liessen uns auf einem Kneeler-Board durchs Wasser ziehen. Zum Dank an diese unvergesslichen Tage und die tolle Gemeinschaft haben wir Gourmets uns an den Herd gestellt und die Kolumbianer mit handgeschabten Spaetzle und Sahnegeschnetzeltem verwoehnt :)



Der Abschied fiel schwer, aber noch waren wir nicht zu Dritt unterwegs. Denn unsere mittlerweile auf den Namen “Kleine” getaufte Fuehrerin begleitete uns auch nach Bogotá. Die Glueckspilze fanden Quartier bei ihrem Cousin David, der sich als Rechtsanwalt ein stattliches Apartment leisten konnte – wir hatten wieder einmal unser eigenes Zimmer… Die Hauptstadt begruesste uns zwar mit ordentlich Regen, aber bot uns etliche weitere Sehenswuerdigkeiten. So erfuhren wir mehr ueber die Geschichte der Drogenbosse Kolumbiens, krochen durch Salzstollen und bestaunten die 34.000 Goldexponate der indigenen Kulturen. Natuerlich untersuchten wir gruendlich, ob man in der Landeshauptstadt des Nachts das Tanzbein schwingen kann – erfolgreich!



Etwas in Zeitnot haben wir uns entschieden 36 Stunden Busfahrt gegen 2 Stunden Flieger einzutauschen und sind vorgestern in Quito gelandet. Unsere Kleine hatten wir mittlerweile ins Herz geschlossen und sie uns – so war der Abschied ruehrend und schwer. Was kann man sich anderes wuneschen, als die Moeglichkeit zu bekommen all das einmal zurueck zu geben, also haben wir Tati gleich nach Deutschland eingeladen.

…und was war in Quito? Nun, die heisse Schokolade ist sensationell hier, genau so wie die Altstadt in der wir Quartier bezogen haben. Das Programm fuer die letzten Tage steht und so haben wir uns heute gleich einmal an die hohen Berge gewagt. Wir koennen mit Stolz sagen, dass wir auf 4.800 m Hoehe waren und einem sprichwoertlich die Puste ausgeht. Hechelnd und gleucklich standen wir auf dem Gipfel und spueren nun, wie uns die Muedigkeit uebermannt. Die naechsten Tage werden ein schoener Abschluss der Dreisamkeit und so werden wir keine Moeglichkeit auslassen weitere Geschichten zu sammeln und zu erleben.

Que jimba parse!
Woelkchen, Konrad und Simonio.

Die Bilder der Glückspilze findet ihr hier.

Samstag, 3. April 2010

Naechster Halt: Kolumbien.

Wir haben es geschafft, fast schon unspektakulaer sind wir durch alle Militaerkontrollen geschluepft und aehnlich reibungslos ueber die Grenze. Das erste befuerchtete Abenteuer blieb folglich aus und so war der Weg frei nach Sant Marta. Allerdings folgte darauf die eher unschoenere Begruessung die wir liebevoll "vom Durchfall geplagt, von der Grippe gejagt" genannt haben. So waren die ersten Tage in Santa Marta vergleichbar mit einem Lazarett erster Klasse - war der eine wieder auf der Hoehe erwischte es den Naechsten... noch etwas angeschlagen und etwas enttaeuscht von der Stadt ging es in den Parque Nacional Tayrona mit dem das Land zum ersten Mal von sich ueberzeugen konnte.. auch wenn die Messlatte mit Los Roques hoch hing, die Straende vor der einzigartigen Kulisse eines Dschungels, bizarre Felsformationen und eine Nacht in der Haengematte machten unseren Besuch zu einem wirklich traumhaften Erlebnis.
Zum Abschied hatten wir alle noch einmal einen schweissgebadetes T-Shirt, weil wir in aller Eile einen Rucksack im Park vergessen hatten. Gluecklicherweise hatten wir einen hilfsbereiten Taxifahrer, der uns geholfen hat - so waren wir mit etwas Verzoegerung wieder in Besitz unseres Hab und Guts. Sichtlich erleichtert nahmen wir den ersten Bus nach Cartagena und wurden von einem weiteren Hoehepunkt empfangen. Die Stadt die mit 1,1 Millionen Einwohnern zu den Groessten des Landes gehoert, beherbergt auch eine Altstadt die Weltkulturerbe ist.Wir sind durch jegliche Gassen geschlendert, haben etliche Bilder geschossen und sind uns einig. Cartagena ist die schoenste Stadt, die wir auf unserer Reise bisher besucht haben. Waehrend der Kolonialzeit ist ein wunderschoenes Zentrum entstanden, mit kleinen Parks die gerade dazu einladen sich ein paar Minuten zu setzen um im Schatten der Palmen das geschaeftige Treiben der kleinen Haendler zu beobachten.
Auch wenn die gestrige Bootstour ein Flop war, so haben wir uns davon nicht einschuechtern lassen und haben die Nacht damit verbracht Svens Abschied zu feiern. Mit zwei Latinas aus Medellin ging es steil in die Clubs wo zu Reggaeton und Salsa die Hueften geschwungen wurden. Die Nacht noch in den Beinen erholt sich die Truppe gerade bei einem Mittagsschlaf, denn heute Nacht will das Tanzbein wieder geschwungen werden. Der Grund? Unser "Kueken" Simonio wird am morgigen Tag die Sonne ein weiteres Mal umrundet haben.
In diesem Sinne verabschieden sich die Dudes fuers erste und gruessen den vierten im Bunde, Sven, der uns nun endgueltig verlassen musste. Wir heben die Glaesser auf die gemeinsame Zeit - schoen wars!